Borderline Syndrom

Informationen für Betroffene und Angehörige

Therapie des Borderline-Syndroms

Lange Zeit galten Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung als schlecht zu therapieren. Experten haben jedoch mittlerweile psychoanalytische Methoden entwickelt, die auf die besonderen Bedürfnisse der Borderliner zugeschnitten sind. Ein spezifisches Behandlungsprogramm ist beispielsweise die sog. Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT), in der man mehrere verhaltenstherapeutische Modelle und Methoden miteinander kombiniert.

Wesentlicher Bestandteil ist das Erlernen bestimmter Fähigkeiten, die den Patienten in verschiedenen Bereichen stärken. Dies geschieht im Absolvieren von fünf Modulen: Innere Achtsamkeit, Stresstoleranz, bewusster Umgang mit Gefühlen, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Selbstwert. Sofern das Lernen über lange Zeit konstant bleibt, können im Gehirn neue Verbindungen hergestellt werden, die bewirken, dass Patienten nun leichter mit Hochspannungssituationen umgehen können.

Es wird dabei konkret erlernt, Gefühls- und Stimmungsschwankungen zu kontrollieren, außerdem werden Techniken zur Verbesserung zwischenmenschlicher Beziehungen und zur Stressbewältigung trainiert. Zusätzlich werden Strategien entwickelt, um selbstverletzendes Verhalten zu vermeiden. Das typische „Schwarz-weiß-Denken“ soll vor allem durch dialogische Vermittlung abgebaut werden, was bedeutet, dass das absolute „entweder-oder“ durch ein kompromissbereites „sowohl-als-auch“ ersetzt wird, was den Alltag erleichtert und Überreaktionen abmildern hilft.

Allen verschiedenen BPS-Therapieformen ist gemeinsam, dass dem Verhältnis von Patient und Therapeut am meisten Bedeutung beigemessen wird. Nur wenn diese Konstellation harmoniert, kann eine Behandlung funktionieren. In bestimmten Fällen wird sogar die Familie des Patienten miteinbezogen, etwa durch eine begleitende Familientherapie oder Paartherapien. Dabei sollen die üblichen Interaktionsmuster der Teilnehmer herausgefunden werden, um sie durch bessere zu ersetzen.

Weil Betroffene oft schwer traumatisch geschädigt sind, wird das Borderline-Syndrom zunehmend auch in speziellen Traumatherapien behandelt. Hier wird in erster Linie auf eine emotionale Stabilisierung des Patienten abgezielt. Erst wenn diese erfolgreich verläuft, kann man das sog. Traumamaterial zur Aufbereitung heranziehen.

Eine begleitende pharmakologische Behandlung des Borderline-Syndroms orientiert sich maßgeblich an den Symptomen, die für Beschwerden sorgen. Dabei werden Antidepressiva am häufigsten eingesetzt. Studien konnten inzwischen auch die Wirksamkeit von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern bei Patienten nachweisen. Die Medikamente zeigten insbesondere gegen Depressionen, Angstgefühle, Selbstverletzungsdrang und aggressive Impulse positive Wirkungen.

Viele Menschen mit Borderline-Syndrom können über weite Strecken ein relativ normales Leben führen. Eine besondere Gefahr ergibt sich für Patienten jedoch aus ihrer Neigung zu selbstschädigendem Verhalten, welches gesundheits- oder sogar lebensgefährlich sein kann. Als Betroffener ist man sich in der Regel schon früh bewusst, wenn Schwierigkeiten und Behandlungsbedarf bestehen, daher ist eine zeitige Aufklärung über die Diagnose unerlässlich. Die Dialektisch Behaviorale Therapie wird in Deutschland mittlerweile in vielen Kliniken angeboten, sowohl stationär als auch ambulant.

to

Lesen Sie hier Wissenswertes über das Borderline Syndrom

Hinweis

Auch die Lichttherapie kann zur Besserung von Depressiven Störungen eingesetzt werden

multiplesklerose-aktuell.net bookmarken

Sprache wählen

Borderline-News von Curado.de

  • Mit Musik gegen Borderline Syndrom
    Musiktherapie ist ein Baustein des integrativen Behandlungsprogramms für Patienten mit Borderline- Persönlichkeitsstörung. Musiktherapie ist ein Baustein des integrativen Behandlungsprogramms für Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Musiktherapie ist ein Baustein des integrativen Behandlungsprogramms für Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung.
  • Sechs Prozent aller Jugendlichen in Deutschland betroffen
    In Deutschland sind etwa sechs Prozent der Jugendlichen von der Borderline-Persönlichkeitsstörung betroffen. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwerwiegende psychische Störung mit Beginn in der Adoleszenz, deren Bedeutung für das Fachgebiet der Psychiatrie und Psychotherapie erst in den letzten Jahren erkannt wurde: Etwa sechs Prozent der jugendlichen 15 Jährigen fügen sich heute in Deutschland regelhaft Selbstverletzungen zu, quälen sich mit Selbstmordgedanken und nehmen Drogen, um sich zu beruhigen.
  • Stagnierende Krankenstände in den ersten 5 Monaten 2010 - psychische Leiden immer noch starke Zuwachsraten
    Die Krankenstände steigen seit drei Jahren leicht, aber kontinuierlich an. In den ersten fünf Monaten diesen Jahres stagnieren die Krankenstände im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Von Januar bis Mai 2010 liegen die monatsdurchschnittlichen Werte bei 4,20 Prozent, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 4,23 Prozent (2008: 4,09 Prozent, 2007: 3,97 Prozent).