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Borderline Syndrom
Entstehung des Borderline-Syndroms

Wie bei anderen psychischen Erkrankungen lassen sich keine genauen Faktoren für die Entstehung des Borderline-Syndroms benennen. Ein Einflussfaktor können die Erlebnisse in der Kindheit sein. So kann das Erleben von Gewalt die Entstehung eines späteren Borderline-Syndroms begünstigen. Das Kind kann so eine traumatische innere Zerrissenheit zwischen Angst und Vertrauen zu den Vertrauenspersonen erleben. Dieses Trauma kann durch Erlebnisse als Erwachsener wieder erlebt werden. Es gibt aber auch viele Beispiele, in denen das Borderline-Syndrom trotz eines intakten Elternhauses entstanden ist. Eine erbliche Veranlagung wird diskutiert.

Entstehung des Borderline-Syndroms

Über die Entstehung vom Borderline-Syndrom kann man keine endgültigen Aussagen treffen. Die Borderline-Persönlichkeit kann Symptome aufweisen, die z. B. auch bei Depressionen oder Schizophrenie zutage treten. Es gibt verschiedene Faktoren, die als mögliche Ursachen für die Entstehung eines Borderline-Syndroms in Betracht gezogen werden. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass mehrere Einflüsse zur Entstehung beitragen.

Kindheit beeinflusst Entstehung des Borderline-Syndroms

Breite Einstimmigkeit besteht darüber, dass wesentliche Grundsteine des Borderline-Syndroms schon in der frühen Kindheit gelegt werden. Ungünstige Umweltbedingungen im Kindesalter wie sexueller Missbrauch, Vernachlässigung und Gewalterfahrungen tragen bei 35-70 Prozent der diagnostizierten Fälle zur Entwicklung des Borderline-Syndroms bei. Erinnerungen, beispielsweise an Misshandlungen, können durch äußere Reize leicht reaktiviert werden. So erleben Patienten mit Borderline-Syndrom traumatische Erfahrungen wieder, als passierten sie in der Gegenwart. Da die Täter meist zugleich auch die Beschützer darstellen, das Kind von ihnen abhängig ist und eine enge wie auch positive Beziehung zu ihnen hat, prägen sich durch den Kontrast von Geborgenheit und erlebter Misshandlung widersprüchliche Denkweisen zeitlos ein.

In der Psychoanalyse misst man solchen Beziehungserfahrungen eine zentrale Rolle bei und untersucht daher immer auch den familiären Hintergrund der Betroffenen mit Borderline-Syndrom. So können sich etwa Ehekrisen und impulsive Streitszenen innerhalb der Familie, Alkohol- oder Drogensucht sowie depressive Erkrankungen eines Elternteils ebenso wie eine frühe Trennung der Eltern oder lange Phasen des Alleinseins begünstigend für die Entstehung eines Borderline-Syndroms auswirken. Eine sichere Erkenntnis ist aber auch, dass es viele Patienten gibt, die aus völlig intakten Familien kommen und deren Eltern fürsorglich und vorbildlich handeln.

Erbliche Veranlagung

Verschiedene Forscher ziehen zusätzlich eine erbliche Veranlagung als Ursache des Borderline-Syndroms in Betracht. Zwillingsstudien lassen vermuten, dass es einen starken Einfluss der Gene gibt. Wahrscheinlich ist, dass die Neigung zu schwankenden Emotionen, einem instabilen Selbstbild und wechselhaften zwischenmenschlichen Affekten genetisch vererbt wird. Jedoch erst im Zusammenwirken mit ungünstigen Umweltbedingungen kann es zur Entstehung des Borderline-Syndroms kommen.

Vorgänge im Gehirn

Mehrere Studien belegen außerdem, dass bei Patienten mit Borderline-Syndrom eine verminderte Gesamtaktivität des serotonergen Systems besteht, welches Affekte wie Aggression und Wut reguliert und steuert. Weiterhin konnte man bei Betroffenen mit Boderline-Syndrom nachweisen, dass das cholinerge System empfindlicher ist, wodurch ein Mensch emotional sensibler und stimmungslabiler wird. Zusätzlich treten bei Betroffenen mit Borderline-Syndrom Schädigungen des limbischen Systems auf, was identisch bei Patienten mit schweren posttraumatischen Störungen ist. Diese Defizite beeinträchtigen die Gefühlsverarbeitung, intensivieren das Furcht- und Emotionsgedächtnis und machen überempfindlich für Reize.

Teresa Ott

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Therapie Borderline Syndrom

Zur Therapie des Borderline-Syndroms kann u. a. die Dialektische Behaviorale Therapie (DBT) eingesetzt werden. In fünf Bereichen lernt der Betroffene Fähigkeiten, die ihn stärken sollen. Es sollen neue Erfahrungen im Umgang mit Spannungssituationen gemacht werden. Es können auch Techniken zur Stressbewältigung trainiert werden. Wichtige Säule der Therapie des Borderline-Syndroms ist das Verhältnis von Betroffenem zum Therapeuten. Nur wenn zwischen beiden eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist, kann die Therapie gelingen. In einigen Fällen kann die Familie des Betroffenen miteinbezogen werden. Auch eine medikamentöse Therapie, z. B. mit Antidepressiva, kann unterstützend durchgeführt werden.

Diagnose Borderline Syndrom

Die Diagnose eines Borderline-Syndroms ist schwierig, da es keine typischen Anzeichen für diese Erkrankung gibt. Bei jedem Betroffenen können sich unterschiedliche Symptome zeigen. Häufiges Anzeichen ist eine große Angst vor dem Alleinsein, insbesondere vor dem Verlassen werden. Störungen der Identität können sich bei den Betroffenen durch die Infragestellung des Selbstbildes, des Wertesystems oder der Berufswahl äußern. Patienten mit Borderline-Syndrom neigen häufig zu impulsiven Verhalten, das sich beispielsweise in Spielsucht, Kleptomanie oder Essstörungen zeigen kann. Der Drang zu Selbstverletzungen bis hin zu Suiziddrohungen ist ebenfalls bei vielen Betroffenen zu finden.

Informationen Borderline Syndrom

Der Begriff Borderline-Syndrom bezeichnet eine Persönlichkeitsstörung. Betroffene sind zwischen dem Gefühl der inneren Leere und einer seelischen Anspannung zerrissen. Viele verschiedene Symptome können auf das Borderline-Syndrom zutreffen. Bei jedem Betroffenen können diese individuell verschieden sein. Das „Ritzen“ oder sich Schmerzen zufügen ist häufig ein Kennzeichen. Eine genaue Anzahl von Betroffenen ist unbekannt. Es wird geschätzt, dass ca. ein bis zwei Prozent der Bevölkerung vom Borderline-Syndrom betroffen sind. In vielen Fällen ist in der Kindheit körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt worden.