Borderline Syndrom

Informationen für Betroffene und Angehörige

Diagnose des Borderline-Syndroms

Die Borderline-Diagnose ist z. T. schwierig, das das Borderline-Syndrom sehr unterschiedlich audgeprägt sein kann. Der Borderliner ist mit seiner spezifischen Persönlichkeitsstörung anhand der DSM-Borderline-Kriterien auszumachen. Aufgrund der krankheitsbedingten Dauerbelastung ist eine adäquate Therapie notwendig. Betroffene können Informationen zum Leben mit der Erkrankung z. B. ergänzend auch in einem Borderline-Forum im Internet erhalten.

Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren gilt allgemein als schwierig, da fast alle typischen Symptome qualitativ auch bei gesunden Menschen auftreten können. Zusätzlich lässt sich eine Borderline-Störung nicht an ein paar wenigen Anzeichen festmachen, die man bei allen Betroffenen wiederfindet, sondern charakterisiert sich durch sehr unterschiedliche Merkmale, die u. U. auf den einen stark, auf den anderen hingegen gar nicht zutreffen. Die Schwere der Störung ist von Person zu Person individuell, es ist jedoch immer eine seelische Dauerbelastung gegeben, die das Leben nachhaltig beeinträchtigt.

Eine abschließende Diagnose einer Borderline-Störung sollte stets Fachärzten oder Therapeuten überlassen bleiben. Das Diagnostizieren der Krankheit erfolgt grundsätzlich anhand der Kriterien aus dem DSM-IV, dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen.

Demzufolge leiden Betroffene oft unter der Angst vor dem Alleinsein und bemühen sich daher sehr stark, ein tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Paradoxerweise geht dieser Wunsch nach Geborgenheit nicht selten auch mit einer Angst vor Nähe einher, sie haben Angst „verschlungen“ zu werden. Tatsächlich sind zwischenmenschliche Verhältnisse meist durch ein spezifisches Muster geprägt: Sie erweisen sich durchwegs als unbeständig, gleichzeitig jedoch als höchst intensiv. Es herrscht dabei hinsichtlich Bezugspersonen ein ständiger Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung, solange der Partner den Erwartungen gerecht wird und Abwertung, sobald der Borderliner Zurückweisung oder Enttäuschung erfährt („Schwarz-Weiß-Denken“).

Gleichzeitig können Borderliner unter andauernden Identitätsstörungen leiden, die sich auf das Selbstbild, sexuelle Orientierung, Berufswahl, Wertesystem und Art des gewünschten Partners erstrecken. Sie akzeptieren ihre Eigenschaften wie Intelligenz und Attraktivität nicht als konstantes Gut, sondern als Eigenschaften, die immer wieder neu verdient werden müssen. Das Selbstwertgefühl basiert beim Borderliner deshalb ausschließlich auf aktuellen Erfolgen und Rückschlägen sowie Feedback durch Dritte.

Darüber hinaus neigt die Borderline-Persönlichkeit zu Impulsivität bei potentiell selbstschädigendem Verhalten. Typisch sind etwa Geldausgeben, Substanzmissbrauch, sexuelle Promiskuität, Spielsucht, Kleptomanie, risikoreiches Autofahren und Essstörungen. Dies kann aus den Frustrationen einer gestörten Beziehung entstehen, Ausdruck von Stimmungsschwankungen oder Zornausbrüchen sein oder der Versuch, die Gefühle von Einsamkeit und Trennungsangst zu betäuben.

Wiederkehrende Suiziddrohungen und -versuche sowie Selbstverletzungen zählen ebenfalls zu den typischen Borderline-Symptomen. Betroffene suchen Entlastung von einem extremen inneren Druck. Weil sie diese im Alltag nicht finden, fügen sie sich selbst Schnittwunden oder Stichverletzungen an Gliedmaßen, Rumpf und Genitalien zu, drücken Zigaretten auf ihrem Körper aus, verweigern die Nahrungsaufnahme oder essen bis zum Brechanfall und missbrauchen Alkohol und Drogen exzessiv. Meist beginnt die Selbstverletzung als impulsive Selbstbestrafung, entwickelt sich aber nach und nach zu einem ritualisierten Verhalten, das als Hilferuf, Bestrafungstechnik, Ablenkung oder Entspannung von angestauter Angst, Trauer oder Zorn interpretiert werden kann.

Oftmals leiden Patienten an einem chronischen Gefühl von Leere und Langeweile als pessimistische Grundstimmung, die jedoch rasch wechseln kann. Dann geraten sie schnell und heftig in Wut, die in ihrer Intensität kaum kontrolliert werden kann, wobei diese Zornausbrüche in keinem Verhältnis zu den auslösenden Ereignissen stehen.

Schließlich können auch vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen, psychotische Episoden oder hypnoseähnliche Zustände Merkmale einer Borderline-Persönlichkeitsstörung sein.

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