Borderline Syndrom
Informationen für Betroffene und Angehörige
Was ist das Borderline-Syndrom?
Die psychische Erkrankung „Borderline“ (auch Borderline personality disorder, Borderline Persönlichkeitsstörung oder Borderline-Syndrom genannt) ist eine psychische Erkrankung, die mit schweren seelischen Spannungszuständen einerseits und einem Gefühl innerer Leere andererseits einhergeht. Die sog. „Borderliner“ zeichnen sich durch ein hohes Maß an Impulsivität und Instabilität in ihren sozialen Beziehungen aus. Werden derartige Sympome über einen längeren Zeitraum beobachtet, sollte ein Borderline-Test durchgeführt werden, um eine adäquate Therapie einleiten zu können.
Aus heiterem Himmel, manchmal ohne ersichtlichen Grund, kommt die unerträgliche Anspannung: Dann fühlen Borderline-Patienten einen inneren Zwang, sich zu „ritzen“ – sich mit Messer oder Rasierklinge Schnittwunden zuzufügen – oder aber waghalsig auf einem Brückengeländer zu balancieren, um den massiven inneren Druck zu bewältigen. Betroffene leben in einer extremen und labilen Gefühlswelt, was sich in häufigen Stimmungsschwankungen und schweren emotionalen Krisen äußert. Unabhängig davon erfahren „Borderliner“ äußerst quälende und diffuse Spannungszustände, während zu anderen Zeitpunkten Gefühle von innerer Leere und Depressionen vorherrschen. Um dem emotionalen Vakuum zu entkommen, werden häufig Extremsituationen wie Selbstverletzung, schnelles Autofahren oder exzessiver Drogenmissbrauch provoziert.
Definition des Borderline-Syndroms
Ursprünglich sind Mediziner davon ausgegangen, dass Borderline eine Erkrankung sei, die zwischen Psychose und Neurose schwanke.
Aufgrund der vielfältigen Symptomatik galt sie als schwer einzugrenzen, wodurch sich die englische Bezeichnung „Borderline“ durchsetzte, was auf Deutsch „Grenzlinie“ bedeutet. Heute ist jedoch klar, dass es sich um eine Persönlichkeitsstörung handelt, die durch Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, Stimmung und Selbstbild gekennzeichnet ist.
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) wird recht häufig bei Menschen festgestellt, die als Kind anhaltend sexuell missbraucht wurden, körperliche Gewalt erlebten, emotional vernachlässigt wurden oder in einem Klima von Ablehnung aufwachsen mussten. Natürlich können unter Umständen auch all diese Bedingungen zusammenkommen. Ein solcher häufig traumabedingter Zusammenhang ist bezüglich der Borderline-Persönlichkeitsstörung wissenschaftlich nachgewiesen.
Leben mit der Borderline-Störung
Eindeutig gesicherte Zahlen zur Häufigkeit der Erkrankung gibt es nicht. Es wird davon ausgegangen, dass zwischen ein und zwei Prozent der Bevölkerung betroffen sind, wodurch das Borderline-Syndrom häufiger auftritt als die Schizophrenie.
„Borderline“ gehört inzwischen zu den gängigen Modebegriffen und Schlagworten. Trotzdem ist in der Gesellschaft nur wenig über diese Persönlichkeitsstörung bekannt, dafür existieren umso mehr Klischees. In der Fachwelt weiß man zwar erheblich mehr, doch über verschiedene Fragen ist man sich selbst dort noch nicht einig.
Der Leidensdruck bei Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung ist enorm hoch. Man sollte mit Betroffenen auch nur dann über ihre Krankheit sprechen, wenn sie eine ruhige Phase haben und nicht, wenn sie sich gerade ritzen oder aggressiv sind. Empfehlenswert ist es, mit ihnen in „Ich-Botschaften“ zu sprechen, etwa „Mir geht es nicht gut, wenn du dich schneidest. Wie können wir in Zukunft damit umgehen?“ Angehörige dürfen nie vergessen, dass Borderline-Patienten ihre Umgebung mit ihrem Verhalten keineswegs ärgern wollen, sondern stets unter einer extremen Anspannung stehen, die Außenstehende oft nicht nachvollziehen können.
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Lesen Sie hier Über die Entstehung eines Borderline Syndroms