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Borderline Syndrom
Was ist das Borderline-Syndrom?

Der Begriff Borderline-Syndrom bezeichnet eine Persönlichkeitsstörung. Betroffene sind zwischen dem Gefühl der inneren Leere und einer seelischen Anspannung zerrissen. Viele verschiedene Symptome können auf das Borderline-Syndrom zutreffen. Bei jedem Betroffenen können diese individuell verschieden sein. Das „Ritzen“ oder sich Schmerzen zufügen ist häufig ein Kennzeichen. Eine genaue Anzahl von Betroffenen ist unbekannt. Es wird geschätzt, dass ca. ein bis zwei Prozent der Bevölkerung vom Borderline-Syndrom betroffen sind. In vielen Fällen ist in der Kindheit körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt worden.

Therapie Borderline Syndrom

Zur Therapie des Borderline-Syndroms kann u. a. die Dialektische Behaviorale Therapie (DBT) eingesetzt werden. In fünf Bereichen lernt der Betroffene Fähigkeiten, die ihn stärken sollen. Es sollen neue Erfahrungen im Umgang mit Spannungssituationen gemacht werden. Es können auch Techniken zur Stressbewältigung trainiert werden. Wichtige Säule der Therapie des Borderline-Syndroms ist das Verhältnis von Betroffenem zum Therapeuten. Nur wenn zwischen beiden eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist, kann die Therapie gelingen. In einigen Fällen kann die Familie des Betroffenen miteinbezogen werden. Auch eine medikamentöse Therapie, z. B. mit Antidepressiva, kann unterstützend durchgeführt werden.

Studien konnten feststellen, dass Betroffene mit Borderline-Syndrom über ein anderes Schmerzempfinden verfügen als nicht Betroffene. Der Grund hierfür ist, dass das Gehirn aktiv das Entstehen der Schmerzempfindung unterdrückt.

Aussagen über den Verlauf des Borderline-Syndroms sind schwer zu treffen. Häufig ist ein Drang zu Selbstverletzungen oder Selbstmord. Rückblickend ist bei Betroffenen mit Borderline-Syndrom eine große Häufigkeit von ADHS in der Kindheit festgestellt worden. Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) und das Borderline-Syndrom haben mehrere Parallelen wie geistige Abwesenheit oder Impulsivität. Inwiefern eine Veranlagung für das Borderline-Syndrom bei Menschen, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, besteht ist nicht erwiesen.

Wie bei anderen psychischen Erkrankungen lassen sich keine genauen Faktoren für die Entstehung des Borderline-Syndroms benennen. Ein Einflussfaktor können die Erlebnisse in der Kindheit sein. So kann das Erleben von Gewalt die Entstehung eines späteren Borderline-Syndroms begünstigen. Das Kind kann so eine traumatische innere Zerrissenheit zwischen Angst und Vertrauen zu den Vertrauenspersonen erleben. Dieses Trauma kann durch Erlebnisse als Erwachsener wieder erlebt werden. Es gibt aber auch viele Beispiele, in denen das Borderline-Syndrom trotz eines intakten Elternhauses entstanden ist. Eine erbliche Veranlagung wird diskutiert.

Was ist das Borderline-Syndrom?

Die psychische Erkrankung „Borderline“ (auch Borderline personality disorder, Borderline Persönlichkeitsstörung oder Borderline-Syndrom genannt) ist eine psychische Erkrankung, die mit schweren seelischen Spannungszuständen einerseits und einem Gefühl innerer Leere andererseits einhergeht. Die sog. „Borderliner“ zeichnen sich durch ein hohes Maß an Impulsivität und Instabilität in ihren sozialen Beziehungen aus. Werden derartige Symptome über einen längeren Zeitraum beobachtet, sollte ein Borderline-Test durchgeführt werden, um eine adäquate Therapie einleiten zu können.

Aus heiterem Himmel, manchmal ohne ersichtlichen Grund, kommt die unerträgliche Anspannung: Dann fühlen Patienten mit Borderline-Syndrom einen inneren Zwang, sich zu „ritzen“ – sich mit Messer oder Rasierklinge Schnittwunden zuzufügen – oder aber waghalsig auf einem Brückengeländer zu balancieren, um den massiven inneren Druck zu bewältigen. Betroffene leben in einer extremen und labilen Gefühlswelt, was sich in häufigen Stimmungsschwankungen und schweren emotionalen Krisen äußert. Unabhängig davon erfahren „Borderliner“ äußerst quälende und diffuse Spannungszustände, während zu anderen Zeitpunkten Gefühle von innerer Leere und Depressionen vorherrschen. Um dem emotionalen Vakuum zu entkommen, werden häufig Extremsituationen wie Selbstverletzung, schnelles Autofahren oder exzessiver Drogenmissbrauch provoziert.

Definition des Borderline-Syndroms

Ursprünglich sind Mediziner davon ausgegangen, dass das Borderline-Syndrom eine Erkrankung sei, die zwischen Psychose und Neurose schwanke. Aufgrund der vielfältigen Symptomatik galt sie als schwer einzugrenzen, wodurch sich die englische Bezeichnung „Borderline“ durchsetzte, was auf Deutsch „Grenzlinie“ bedeutet. Heute ist jedoch klar, dass es sich um eine Persönlichkeitsstörung handelt, die durch Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, Stimmung und Selbstbild gekennzeichnet ist.

Das Borderline-Syndrom wird recht häufig bei Menschen festgestellt, die als Kind anhaltend sexuell missbraucht wurden, körperliche Gewalt erlebten, emotional vernachlässigt wurden oder in einem Klima von Ablehnung aufwachsen mussten. Natürlich können unter Umständen auch all diese Bedingungen zusammenkommen. Ein solcher häufig traumabedingter Zusammenhang ist bezüglich des Borderline-Syndroms wissenschaftlich nachgewiesen.

Leben mit Borderline-Syndrom

Eindeutig gesicherte Zahlen zur Häufigkeit der Erkrankung gibt es nicht. Es wird davon ausgegangen, dass zwischen ein und zwei Prozent der Bevölkerung betroffen sind, wodurch das Borderline-Syndrom häufiger auftritt als die Schizophrenie.

Das Borderline-Syndrom gehört inzwischen zu den gängigen Modebegriffen und Schlagworten. Trotzdem ist in der Gesellschaft nur wenig über diese Persönlichkeitsstörung bekannt, dafür existieren umso mehr Klischees. In der Fachwelt weiß man zwar erheblich mehr, doch über verschiedene Fragen ist man sich selbst dort noch nicht einig.

Der Leidensdruck bei Menschen mit Borderline-Syndrom ist enorm hoch. Man sollte mit Betroffenen auch nur dann über ihre Krankheit sprechen, wenn sie eine ruhige Phase haben und nicht, wenn sie sich gerade ritzen oder aggressiv sind. Empfehlenswert ist es, mit ihnen in „Ich-Botschaften“ zu sprechen, etwa „Mir geht es nicht gut, wenn du dich schneidest. Wie können wir in Zukunft damit umgehen?“ Angehörige dürfen nie vergessen, dass Patienten mit Borderline-Syndrom ihre Umgebung mit ihrem Verhalten keineswegs ärgern wollen, sondern stets unter einer extremen Anspannung stehen, die Außenstehende oft nicht nachvollziehen können.

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